Crash Test
Da Crashtest-Dummys bis heute überwiegend auf männliche Körpermaße ausgerichtet sind, besteht für Frauen und viele andere Bevölkerungsgruppen ein deutlich erhöhtes Verletzungs- und Sterberisiko bei Autounfällen. Genau diese Problematik bildet den Ausgangspunkt des Projekts Crash Test – Urban Realities, das im vierten Semester in Zusammenarbeit mit Victoria Basel und Dool An entstand. Unser Ziel war es, mithilfe von Unity 3D eine immersive VR-Erfahrung zu schaffen, die diese unsichtbare Ungleichheit eindrucksvoll erlebbar macht.
In unserem Team entwickelte ich den inhaltlichen Rahmen, das Storyboard und arbeitete an der Umsetzung der ersten Szene. Das Projekt wurde 2024 auf der Games Ground ausgestellt.
Die VR-Experience führt Nutzerinnen durch drei Szenen:
Szene 1: Als Beifahrerin in einem Auto fährt man durch eine dystopische Stadtlandschaft voller Dummies. Der Dummy-Fahrer spricht über ungleiche Sicherheitsstandards – doch bevor man alles versteht, rast ein Bus frontal in das Fahrzeug.
Szene 2: In einem dunklen Raum stehen mehrere Dummies, die sich beim Näherkommen zu Wort melden. Sie beschreiben die Verletzungen, die sie aufgrund ihres individuellen Körpertyps bei einem Unfall erlitten haben.
Szene 3: Zurück in der nächtlichen Stadt, fallen links und rechts Dummies vom Himmel. Zwei Stapel entstehen – einer symbolisiert verletzte und verstorbene Frauen, der andere Männer. Der Stapel der Frauen wächst schnell höher und macht die statistische Ungleichheit unübersehbar.
Das Projekt schafft einen emotionalen, kritischen Zugang zu einem Thema, das in der öffentlichen Wahrnehmung oft übersehen wird – und zeigt, wie Design dazu beitragen kann, gesellschaftliche Missstände sichtbar zu machen.